„Trau dich“ – auch in der Halle ist keiner zu klein, um Helfer zu sein
„Keiner ist zu klein, um Helfer zu sein!“ – unter diesem Motto haben die Kinderrockband Schlawindl und das BRK Erding gemeinsam die Aktion „Trau dich“ ins Leben gerufen. Ein Song, der Kindern auf musikalische Weise die Angst davor nimmt, in einer Notsituation zu helfen. Auch wir als Handballabteilung der SpVgg Altenerding begrüßen die Initiative ausdrücklich.
Denn überall dort, wo Kinder und Jugendliche gemeinsam Sport treiben, kann es Situationen geben, in denen schnelle und beherzte Hilfe gefragt ist – in der Halle genauso wie auf dem Sportplatz.
Handball ist Körperkontakt – und Körperkontakt bedeutet auch mal eine Verletzung
Verletzungen gehören trotz aller Vorsicht zum Sport dazu, und im Handball ganz besonders. Umgeknickte Fußgelenke, gestauchte Finger, Stürze auf dem Hallenboden oder Zusammenstöße im Zweikampf – meist bleibt es glücklicherweise bei kleineren Blessuren. Ernstere Verletzungen oder medizinische Notfälle lassen sich im Trainings- und Spielbetrieb aber niemals vollständig ausschließen.
In solchen Momenten kommt es darauf an, nicht wegzuschauen. Und helfen können nicht nur Erwachsene: Bereits Kinder können lernen, eine Notsituation zu erkennen, eine verletzte Person anzusprechen und vor allem schnell weitere Hilfe zu holen.
Genau hier setzt „Trau dich“ an. Statt trockener Theorie sorgt die Musik dafür, dass die wichtigsten Botschaften im Gedächtnis bleiben.
Auch in der Halle kann jeder zum Helfer werden
Für uns hat diese Botschaft eine besondere Bedeutung. Woche für Woche finden in unseren Hallen zahlreiche Trainingseinheiten und Spiele im Kinder- und Jugendbereich statt – von den Minis bis zur A-Jugend. Wo viele junge Menschen gemeinsam ihrem Hobby nachgehen, passiert eben auch mal etwas.
Natürlich tragen Trainerinnen und Trainer, Betreuer und andere Erwachsene dabei die Hauptverantwortung. Trotzdem können auch unsere jungen Spielerinnen und Spieler einen wichtigen Beitrag leisten – indem sie hinsehen, die verletzte Person ansprechen, Hilfe holen und wissen, wie sie sich in einer solchen Situation richtig verhalten.
Dabei geht es keineswegs darum, aus Kindern kleine Rettungssanitäter zu machen. Vielmehr sollen sie Sicherheit gewinnen und erkennen, dass sie mit wenigen einfachen Dingen bereits viel bewirken können. Denn gerade die Angst, etwas falsch zu machen, führt in Notfallsituationen häufig dazu, dass gar nicht reagiert wird.
Drei einfache Schritte, die sich jedes Kind merken kann
Im Mittelpunkt des Songs stehen die sogenannten „drei As“. Sie geben Kindern eine leicht verständliche Orientierung für den Ernstfall:
- Anschauen: Wenn jemand stürzt oder sich verletzt, hinschauen und sich zunächst einen Überblick verschaffen.
- Ansprechen: Die betroffene Person fragen: „Geht es dir gut? Brauchst du Hilfe?“
- Anfassen: Reagiert jemand nicht, durch vorsichtige Berührung prüfen, ob die Person ansprechbar ist, und weitere Hilfe holen.
Nach Aussage von Schlawindl können bereits Kinder im Kindergartenalter diese einfachen Grundsätze lernen. Der Song richtet sich deshalb insbesondere an Kindergarten- und Grundschulkinder – also genau an die Altersgruppen, die bei uns in den Mini- und Jugendmannschaften trainieren. Entstanden ist er in enger Zusammenarbeit mit dem BRK.
Aus einer Begegnung wurde eine Herzensangelegenheit
Die Idee zu „Trau dich“ entstand im BRK-Kinderhaus „Wolperdinger“ anlässlich des zehnjährigen Jubiläums nach einem Auftritt von Schlawindl. Dort lernte Schlawindl-Musiker Andi Starek den BRK-Vorstand Jürgen Loher kennen.
„Wir hatten vor einem halben Jahr einen Auftritt beim BRK-Haus in Erding und ich hab Vorstand Jürgen Loher kennengelernt. Ich hatte schon seit langem die Idee, dass wir einen Erste-Hilfe-Song mit Schlawindl machen würden“, erzählt Starek.
Aus dieser Begegnung entwickelte sich die gemeinsame Aktion. Die bisherigen Erfahrungen sind positiv: Nach Angaben der Band zeigen die Reaktionen von Kindern und Eltern, dass die jungen Zuhörer mit dem Song im Kopf selbstbewusster an entsprechende Situationen herangehen. Schlawindl ist regelmäßig an Grundschulen unterwegs und konnte das Konzept dort bereits ausprobieren.
Prominente Unterstützung für das Musikvideo
Für das Musikvideo zu „Trau dich“ standen nicht nur zahlreiche Kinder vor der Kamera. Auch Bayerns Familienministerin Ulrike Scharf und Erdings Oberbürgermeister Maximilian Gotz unterstützten das Projekt und wirkten beim Dreh mit. In einer dargestellten Unfallsituation zeigt der junge Hauptdarsteller Leon Merkert, worauf es ankommt: Er bleibt ruhig und hilft – genau so, wie es der Song den Kindern vermitteln möchte.
Das Musikvideo zu „Trau dich“ ist auf der Webseite von Schlawindl sowie direkt bei YouTube zu sehen.
Erste Hilfe gehört auch zur Verantwortung eines Sportvereins
Andi Starek und Schlawindl wollen im kommenden Schuljahr verstärkt Schulen besuchen und dort Konzerte geben. Dabei soll es nicht bei der Musik bleiben: Die Band möchte sich auch die Zeit nehmen, Schülerinnen und Schüler mit wichtigen Maßnahmen in Notfallsituationen vertraut zu machen und ihnen vor allem die Angst vor dem Helfen zu nehmen.
Aus unserer Sicht wäre es wünschenswert, wenn diese Botschaft über die Schulen hinaus auch möglichst viele Kinder und Jugendliche in den Sportvereinen erreicht. Innerhalb der SpVgg Altenerding unterstützt neben uns auch die Fußballabteilung die Aktion.
Denn die Aufgabe eines Sportvereins endet nicht bei der sportlichen Ausbildung. Vereine vermitteln Gemeinschaft, Verantwortungsbewusstsein und die Bereitschaft, füreinander einzustehen. Gerade Handball als Mannschaftssport lebt davon, aufeinander zu achten und Verantwortung für die Mitspielerinnen und Mitspieler zu übernehmen – auf dem Feld wie daneben.
Fairness und Teamgeist zeigen sich schließlich nicht nur während eines Spiels, sondern gerade dann, wenn jemand Hilfe braucht.
Natürlich hoffen wir, dass ernsthafte Verletzungen und Notfälle in unseren Hallen möglichst selten bleiben. Sollte dennoch etwas passieren, ist jedes Kind und jeder Jugendliche, das oder der nicht ängstlich danebensteht, sondern Hilfe holt und im Rahmen seiner Möglichkeiten handelt, ein Gewinn.
Und vielleicht trägt „Trau dich“ dazu bei, dass künftig nicht nur in Bayerns Schulen, sondern auch in den Turnhallen und auf den Sportplätzen immer mehr junge Menschen eine ganz einfache Botschaft verinnerlichen:
Keiner ist zu klein, um Helfer zu sein!